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	<title>buzzaldrins Bücher</title>
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	<description>Bücher sind mein Leben. Am liebsten lese ich zeitgenössische Literatur und zwar alles, was ich in die Finger bekommen kann. Ich lese jedoch nicht nur, sondern schreibe auch noch gerne über das, was ich gelesen habe. Das möchte ich hier tun. Auf den Namen &#34;Buzz Aldrin&#34; bin ich durch ein Buch von Johan Harstad gekommen, das mich sehr beeindruckt hatte.</description>
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		<title>Nachts werden wir erwachsen &#8211; Ben Brooks</title>
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		<pubDate>Wed, 22 Feb 2012 20:15:51 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&#8220;Nachts werden wir erwachsen&#8221; ist schon Ben Brooks vierter Roman, obwohl er gerade erst einmal zwanzig Jahre alt ist und es ist sein erster Roman, der nun auch auf Deutsch erscheint. Vor dem Kauf des Buches hatte ich schon einige Artikel (KulturSpiegel und dRadio) über den Roman gelesen und mir den Blog dieses jungen Autors [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=buzzaldrins.wordpress.com&amp;blog=27153480&amp;post=196&amp;subd=buzzaldrins&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" title="Ben Brooks" src="http://media2.libri.de/shop/coverscans/168/16810621_16810621_xl.jpg" alt="" width="229" height="384" />&#8220;Nachts werden wir erwachsen&#8221; ist schon Ben Brooks vierter Roman, obwohl er gerade erst einmal zwanzig Jahre alt ist und es ist sein erster Roman, der nun auch auf Deutsch erscheint. Vor dem Kauf des Buches hatte ich schon einige Artikel (<a title="KulturSPIEGEL" href="http://www.spiegel.de/spiegel/kulturspiegel/d-83723009.html" target="_blank">KulturSpiegel</a> und <a title="dRadio" href="http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/1679625/" target="_blank">dRadio</a>) über den Roman gelesen und mir den <a title="Blog" href="http://anineffableplayforvoices.blogspot.com" target="_blank">Blog</a> dieses jungen Autors angeschaut &#8211; all dies deutete für mich daraufhin, dass &#8220;Nachts werden wir erwachsen&#8221; eine ganz spezielle Vorliebe von mir ansprechen könnte. Diese Vorliebe lässt sich nicht leicht in Worte fassen und wohl am besten als Holden-Caulfield-Faible bezeichnen. In dieses Schema fallen für mich zum Beispiel auch die Romane von Nick McDonell, Airen oder Ned Vizzini. Obwohl alle diese Romane sicherlich nicht als hohe oder anspruchsvolle Literatur beschrieben werden können, hatte ich schon immer eine ausgeprägte Schwäche für weiße Mittelschichtskinder, die mit vielen abwechselnden Partnern Sex haben, Drogen nehmen und nicht wissen, was sie mit ihrem Leben in Zukunft anfangen sollen. Vielleicht auch, weil ich selbst all dies nicht hatte und wohl auch nie haben wollte (oder vielleicht gerade doch? <img src='http://s1.wp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> ) &#8230;</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Ich bin Holden Caulfield, nur weniger draufgängerisch und attraktiver.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Mit diesen Worten beschreibt sich Hauptfigur und Ich-Erzähler des Romans &#8211; der siebzehnjährige Jasper &#8211; selbst. Aus der Sicht Jaspers schreibt Ben Brooks über dessen Leben. Jasper lebt zusammen mit seiner Mutter und seinem Stiefvater Keith in einer kleinen Stadt in England.  Seine Mutter zeichnet sich dadurch aus, dass sie gerne und viel To-Do-Listen schreibt und seinem Stiefvater Keith unterstellt Jasper ein Mörder zu sein, der sich seiner Ex-Frau entledigt hat. Diese Unterstellung wird im Laufe des Romans immer stärker zu einer Obsession und führt so weit, dass er eines Nachts den Hügel umgräbt, unter dem er die Leiche vermutet &#8230; natürlich ohne fündig zu werden.</p>
<p>Bis auf das Zusammenleben mit Stiefvater Keith ist Jaspers Leben eigentlich ganz okay: er lernt gerade für seine Abschlussklausuren, hat viele Freunde und feiert in seiner Freizeit am liebsten Partys. Eine super Party bedeutet für Jasper:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;[...] ich hatte Sex, war betrunken und habe von einer Droge so viel genommen, dass alle Wirkungen auftraten, die ich bei Mr Gates im Sozialkundeunterricht gelernt habe &#8230;&#8221;</em></p></blockquote>
<p><em></em> Sein Traum ist ein Date mit seiner hübschen Mitschülerin Georgia Treely, im Bett landet er dann aber mit der pummeligen Abby Hall, die Akne hat. Damit hat er sich nicht nur zum Gespött der Schule gemacht &#8211; oben drauf kommt, dass Jasper befürchten muss, Vater geworden zu sein.</p>
<p>Unter dieser oberflächlichen Spaßfassade blitzt aber auch immer wieder sehr viel Unsicherheit und vor allem auch Angst auf. Eine Mitschülerin von Jasper bringt sich um, seine beste Freundin Tenaya schneidet sich die Arme auf und Jasper selbst muss jede Woche zu seiner Therapeutin Julia, weil er eine Katze totgetreten hat:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Manchmal, wenn ich traurig bin oder mich krank fühle, spiele ich das alte Avril-Lavigne-Album und denke daran, wie glücklich ich 2003 war, als Küsse in der Schuldisco mit einem Mädchen, das nach Panda Pops schmeckte, genug waren, um zu denken, es könnte nicht besser sein. Ich höre das Avril-Lavigne-Album. Ich bewege den Mund zu den Texten, Richtung Decke. Wenn Mum das sehen würde, hätte sie bestimmt Angst, ich könnte schwul sein. Ich bin nicht schwul. Ich bin nur jung und ein bisschen ängstlich.&#8221;</em></p></blockquote>
<p><em> </em>Am Ende des Romans wird immer deutlicher, dass die oberflächliche Fassade des Partyhengsts und Frauenaufreißers, der nachts, wenn er nicht schlafen kann, gerne in Pornochats geht, täuscht. Dahinter verbringt sich ein ängstlicher junger Mann, der versucht seinen Platz in der Welt zu finden und eine Form um seine Gefühle auszudrücken.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Ich bin sehr gefühlvoll, aber ich zeige es nicht, denn wenn ich es täte, würden die Leute denken, dass ich schwach bin und mich abziehen, gefühlsmäßig.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Was Jasper hilft, ist die Arbeit an seinem Roman, den er zu Beginn von &#8220;Nachts werden wir erwachsen&#8221; anfängt zu schreiben und am Schluss des Buches beendet. Er ist ein Stück von Jaspers eigener Geschichte:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Mein Roman ist fertig. Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, der mit starkem Charisma und Verstand gesegnet ist und der versucht herauszufinden, was er machen soll und wie er es machen soll.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Ich bin an &#8220;Nachts werden wir erwachsen&#8221; mit geringen Erwartungen herangegangen und kann abschließend nur sagen, dass es mir gut gefallen hat. Der Roman fällt aus dem Rahmen und er fällt sicherlich auch aus dem Rahmen der Bücher, die ich hier bisher vorgestellt habe. Trotz all seiner Schwächen ist Jasper ein liebenswerter Junge. Ben Brooks gelingt es deutlich zu machen, dass es noch mehr gibt, hinter der Machosprüche klopfenden Fassade von Jasper &#8211; hauptsächlich Unsicherheit und Angst. Angst vor Gefühlen, der Zukunft und davor für das eigene Leben Verantwortung zu übernehmen. All dies wird von Ben Brooks in einer dem Alter von Jasper angepassten Sprache sehr flüssig lesbar dargestellt. Der Roman ist immer wieder schreiend komisch und an anderen Stellen todtraurig. Ich freue mich, dass Ben Brooks mit seinem vierten Roman auch endlich in Deutschland bekannt wird und wünsche diesem viele Leser &#8230;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/buzzaldrins.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/buzzaldrins.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/buzzaldrins.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/buzzaldrins.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/buzzaldrins.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/buzzaldrins.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/buzzaldrins.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/buzzaldrins.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/buzzaldrins.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/buzzaldrins.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/buzzaldrins.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/buzzaldrins.wordpress.com/196/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/buzzaldrins.wordpress.com/196/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/buzzaldrins.wordpress.com/196/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=buzzaldrins.wordpress.com&amp;blog=27153480&amp;post=196&amp;subd=buzzaldrins&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Die Mechanik des Himmels &#8211; Tom Bullough</title>
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		<pubDate>Sun, 19 Feb 2012 14:45:19 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[konstantin ziolkowski]]></category>
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		<description><![CDATA[Der junge walisische Autor Tom Bullough erzählt in &#8220;Die Mechanik des Himmels&#8221; die Geschichte von Kostja &#8211; besser bekannt als Konstantin Ziolkowski, der auch als &#8220;Vater der russischen Raumfahrt&#8221; bezeichnet wird. Obwohl es sich bei &#8220;Die Mechanik des Himmels&#8221; um einen Roman handelt, beruht er dennoch auf wahren Ereignissen und Personen &#8211; auch wenn ich, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=buzzaldrins.wordpress.com&amp;blog=27153480&amp;post=191&amp;subd=buzzaldrins&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft" title="tom bullough" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41F5tT0tYWL._SS500_.jpg" alt="" width="300" height="300" />Der junge walisische Autor Tom Bullough erzählt in &#8220;Die Mechanik des Himmels&#8221; die Geschichte von Kostja &#8211; besser bekannt als Konstantin Ziolkowski, der auch als &#8220;Vater der russischen Raumfahrt&#8221; bezeichnet wird. Obwohl es sich bei &#8220;Die Mechanik des Himmels&#8221; um einen Roman handelt, beruht er dennoch auf wahren Ereignissen und Personen &#8211; auch wenn ich, wie ich ehrlicherweise gestehen muss, vorher noch nie etwas von Konstantin Ziolkowski gehört hatte.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Kostja lebte in einem kleinen Holzhaus mit munteren Wänden und drei rechteckigen Fenstern, die von verschnörkeltem Schnitzwerk und einer Regenleiste eingerahmt waren, die unter dem eisernen Dach wie der Unterrock einer kostenintensiven Dame hervorragte.&#8221; </em></p></blockquote>
<p>Die Geschichte beginnt im russischen Winter 1867, als Konstantin Ziolkowski ein zehnjähriger Junge ist und von allen noch Kostja genannt wird. Er lebt mit seiner großen Familie, die insgesamt zehn Mitglieder zählt, in einer kleinen russischen Stadt in sehr ärmlichen Verhältnissen. Nach einem Ausflug in die russischen Wälder, um seinem Vater eine Brotdose auf die Arbeit zu bringen, erkrankt der kleine Kostja schwer an Scharlach.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Er war morgens mit Halsschmerzen aufgewacht, und wenn er hustete und versuchte, den Frosch im Hals wegzukriegen, spürte er einen plötzlichen Schwindel und musste sich auf eine Bank setzen [...].&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Trotz der begrenzten medizinischen Möglichkeiten der damaligen Zeit überlebt er zwar, zurück bleibt jedoch eine leichte Behinderung: Kostja ist von nun an beinahe taub.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Nur die Leute, die Kostja schon vor seiner Krankheit gekannt hatte, verfügten noch über normale Stimmen. Um neue Leute zu verstehen, musste er entweder sein Ohr ganz nah an ihren Mund halten oder ihre Lippen und Augen beobachten und die Mitteilung auf diese Weise entschlüsseln, was kompliziert war.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Trotz dieses Schicksalsschlag und allen Einschränkungen die dadurch entstehen und unter denen Kostja vor allem im Umgang mit Gleichaltrigen leidet, die ihn häufig verspotten, verfolgt er sehr hartnäckig seine Träume und Ziele. Aufgrund der Armut seiner Familie und der Tatache, dass er fast gehörlos ist, hat Kostja auch große Schwierigkeiten in der Schule, obwohl er schon früh die Mathematik mag, weil er ihre &#8220;Musik&#8221; liebt, und durch naturwissenschaftliche Experimente auf sich aufmerksam macht. Als Jugendlicher verblüfft er seinen Vater, als er sich selbst ein &#8220;Hörrohr&#8221; bastelt &#8211; ein Gerät, das in der Funktion wahrscheinlich dem heutigen Hörgerät ähnelt. Nur mit Hilfe von vielen Opfern gelingt es seinem Vater, ihn schließlich zum Studium nach Moskau zu schicken. Doch auch dort muss er zunächst mit Widrigkeiten kämpfen, da er nicht zum Studium zugelassen wird und auf die Hilfe des verschrobenen Bibliothekars Nikolaj Fedorow angewiesen ist, der ihn bei seinem Selbststudium unterstützt und mit Literatur versorgt. In dieser Bibliothek wird der Grundstein von Konstantins späterem Interesse und seiner wissenschaftlichen Laufbahn gelegt, hier eignet er sich in stundenlanger Arbeit all jene Kenntnisse an, die ihn befähigen &#8220;Vater der russischen Raumfahrt&#8221; zu werden.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Er erzählte [...] alles über sein Raumfahrzeug. Er erzählte ihr, dass es sie augenblicklich aus Moskau wegbringen könnte und von der ehernen Routine, über die sie ihm täglich schrieb, und sie mit einer Geschwindigkeit, die selbst den visionärsten Fabrikanten von Heißluftballons und Dampflokomotiven unvorstellbar wäre, an jeden Ort im Universum transportieren könnte, den sie besuchen wolle. [...] Es könnte sie zum Mond bringen. Es könnte sie auf eine Reise um die Sonne herum mitnehmen.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Tom Bullough ist es gelungen, eine schöne, unaufgeregte Geschichte zu erzählen. Mit leichter Hand gelingt es ihm mit Hilfe wunderschöner Bilder und Sätze den Leser zurück in das neunzehnte Jahrhundert und in Kostjas Welt zu katapultieren. Ein sehr dichter Roman, der sich vor allem durch eine unendlich liebevolle Zeichnung der Personen auszeichnet und durch ein gelungenes Portrait des neunzehnten Jahrhunderts und dem Leben in Russland. Der Stil von Tom Bullough besitzt sehr viel Ruhe und Unaufgeregtheit &#8211; für den ein oder anderen möglicherweise zu viel. Ich habe jedoch sowohl die Sprache des Romans als auch das langsame Erzähltempo sehr genossen. Und ich habe es genossen, an jeder Stelle merken zu können, wie viel Zuneigung Tom Bulloughs für seine Figuren empfindet.</p>
<p>Übersetzt wurde der Roman sehr elegant und in einer wunderbaren Sprache übrigens von Thomas Melle, der vor kurzem mit dem Roman &#8220;Sickster&#8221; auf sich aufmerksam gemacht hat, für den er auch für den Deutschen Buchpreiss nominiert war.</p>
<p>Ein wunderschönes Portrait eines sehr interessanten Menschen und eines genauso faszinierenden Zeitalters. Eine Empfehlung für jeden, der die Ruhe findet, sich für ein solches Buch die Zeit zu nehmen!</p>
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		<title>Ich nannte ihn Krawatte &#8211; Milena Michiko Flašar</title>
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		<pubDate>Fri, 17 Feb 2012 15:45:08 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[hikikomori]]></category>
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		<category><![CDATA[Milena Michiko Flašar]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Heute begreife ich, dass es unmöglich ist, jemandem nicht zu begegnen. Indem man da ist und atmet, begegnet man der ganzen Welt. Der unsichtbare Faden hat einen vom Augenblick der Geburt an mit dem anderen verbunden. Ihn zu kappen, dazu  bedarf es mehr als nur eines Todes, und es nützt nichts, dagegen zu sein.&#8221; In [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=buzzaldrins.wordpress.com&amp;blog=27153480&amp;post=186&amp;subd=buzzaldrins&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><img class="alignleft" title="ich nannte ihn krawatte" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41a5%2BqB9RdL._SS500_.jpg" alt="" width="300" height="300" />&#8220;Heute begreife ich, dass es unmöglich ist, jemandem nicht zu begegnen. Indem man da ist und atmet, begegnet man der ganzen Welt. Der unsichtbare Faden hat einen vom Augenblick der Geburt an mit dem anderen verbunden. Ihn zu kappen, dazu  bedarf es mehr als nur eines Todes, und es nützt nichts, dagegen zu sein.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>In dem Roman &#8220;Ich nannte ihn Krawatte&#8221; schreibt die junge Autorin Milena Michiko Flašar über zwei Menschen, die sich zufällig auf einer Bank in einem japanischen Park begegnen. Es handelt sich um Ohara Tetsu, einen älteren Firmenangestellten &#8211; im Buch wird er als &#8220;Salaryman&#8221; bezeichnet &#8211; und den zwanzigjährigen Taguchi Hiro. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht von Taguchi Hiro. Trotz des Altersunterschied verbindet beide Männer eine Tatsache: sie sind beide aus der sogenannten Norm gefallen, haben es nicht geschafft, dem Druck stand zu halten und verbringen ein Leben außerhalb der Gesellschaft. Es dauert einige Tage, bis die beiden anfangen sich anzunähern. Gegenseitig beginnen sie damit, sich von ihrem jeweiligen Leben zu erzählen. Erst noch sehr zögerlich, aber irgendwann wie ein stetiger, unaufhörlicher Fluss berichten sie sich von Ereignissen, Bildern, Gedanken.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Vielleicht war das der Grund, warum wir aufeinandergetroffen waren. Um gleichzeitig und unabweisbar festzustellen: Dass es uns nicht möglich ist, nicht von hier, nicht von jetzt aus, das, was geschehen ist, rückgängig zu machen. Und vielleicht war deshalb seine Geschichte auch die meine. Sie handelte von dem, was er unterlassen hatte und was demnach nicht rückgängig zu machen war.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Taguchi Hiro ist ein Hikikomori[1]. Dabei handelt es sich um ein in Japan weit verbreitetes Phänomen: als Hikikomoris werden überwiegend Jugendliche und junge Erwachsene bezeichnet, die sich in ihren Zimmern im Haus ihrer Eltern einschließen und dieses für einen längeren Zeitraum nicht mehr verlassen. Dieser Zeitraum kann zwischen mehreren Monaten variieren, aber auch bis zu einem ganzen Jahr und darüberhinaus andauern. Verantwortlich für dieses Phänomen wird vor allem der unmenschliche Leistungsdruck in Japan gemacht, unter dem die Jugendlichen leiden. Manche zerbrechen sogar daran.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Ich bin kein typischer Hikikomori, fuhrt ich fort. Keiner, von dem in den Büchern und Zeitungsartikeln, die man mir dann und wann zur Lektüre auf die Schwelle legt, die Rede ist. Ich lese keine Mangas, ich verbringe den Tag nicht vor dem Fernseher und die Nacht nicht vor dem Computer. Ich baue keine Modellflugzeuge. Von Videospielen wird mir schlecht. Nichts soll mich ablenken von dem Versuch, mich vor mir selbst zu bewahren.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Es gibt viele Hikikomoris, bei denen man versucht, sie wieder zurück in die Gesellschaft zu führen &#8211; sie wieder einzugliedern. Taguchis Familie hat seinen Zustand akzeptiert und versucht nicht, ihm wieder hinaus zu helfen &#8211; allein aus dem einzigen Grund, weil sie sich für ihren Sohn schämen.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Das ist mein Glück. Teil einer Familie zu sein, die es mir gewährt, mich zu verschließen. Aus Scham, wohlgemerkt. [...] Mein Dasein bestand darin, dass ich fehlte. Ich war das Sitzkissen, auf dem keiner saß, der Platz am Tisch, der leer blieb, die angebissene Pflaume auf dem Teller, den ich zurück vor die Tür gestellt hatte. Indem ich fehlte, hatte ich gegen das Gesetz verstoßen, das besagt, dass man da sein und wenn man da ist, etwas tun, etwas erreichen muss.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Zu Beginn des Romans traut sich Taguchi zum ersten Mal seit langem wieder sein Zimmer und das zu Hause seiner Eltern zu verlassen. Er wagt sich nach draußen. Zunächst nur bis zur Parkbank, aber immerhin. Und dort trifft er auf  den Salaryman Ohara Tetsu. Zunächst nennt er ihn für sich nur &#8220;Krawatte&#8221;, da Ohara eine rot-grau gestreifte Krawatte trägt. Später stellen sie sich gegenseitig vor. Ohara und Taguchi erfahren, dass sie sich ähnlich sind &#8211; auch Ohara lebt ein Leben außerhalb der Gesellschaft. Ohara ist zwar kein Hikikomori, aber ein Lügner &#8211; er belügt seine Frau Kyoko.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Kyoko weiß nicht, dass ich hierher komme. Ich habe es ihr nicht gesagt. Gedehnte Silben: Ich ha-be ihr nicht ge-sagt, dass ich mei-ne Ar-beit ver-lo-ren ha-be.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Ohara leidet auch unter einer Krankheit, er leidet unter einer Illusion, die er um jeden Preis versucht aufrechtzuerhalten, um niemanden enttäuschen zu müssen. Um nicht zugeben zu müssen, alt zu sein und versagt zu haben.</p>
<p>Mit der Zeit, nähern sich Ohara und Taguchi auf ihre ganz eigene Weise an und erzählen sich abwechselnd von ihrem Leben, von dem was sie erleiden mussten. Man erfährt von Oharas Sohn, der behindert auf die Welt kam und den er deshalb nicht lieben lernen konnte. Man erfährt von seiner arrangierten Ehe. Taguchi erzählt von Freunden aus der Schule, die er im Stich gelassen hat. Die er verraten hat, um normal sein zu können. Am Ende hat er sich  damit selbst verraten und seine Freunde verloren.</p>
<p>Als Leser erhält man die Möglichkeit mitzuerleben, wie beide versuchen sich zusammen aus dem Loch, in das sie gefallen sind, hervorzukämpfen &#8230; und Taguchi dabei zu begleiten, kleine Schritte zurück in das Leben zu machen.</p>
<p>Mir hat der Roman von Milena Michiko Flašar sehr gut gefallen. Es gibt so viele Sätze, Passagen, ganze Abschnitte, die ich unterstrichen und markiert habe. Kaum eine Seite ist nicht mit einem Post-It beklebt worden. Flašar erzählt eine leise, unaufgeregte, aber sehr berührende Geschichte und lenkt den Blick auf die Menschen, die aus irgendeinem Grund aus der Norm fallen. Am Ende des Romans wird die Frage aufgeworfen, ob diese Menschen, die für eine Weile aus der Norm fallen, die für eine bestimmte Zeit nicht mehr mit der Welt verwoben sind, eine Chance haben, wieder zurückzukehren:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Ich meine Leute wie uns, die vom Weg abgewichen, sich entzogen haben. Die keinen Abschluss, keine Ausbildung, keine Arbeit, nichts vorzuweisen, nichts gelernt haben außer dieses: Dass es sich lohnt, am Leben zu sein. Er macht mir Angst, der Gedanke, wir könnten jetzt, da wir es gelernt haben, immer noch lernen, nicht gebraucht werden. Immerhin sind wir gezeichnet. Wir haben einen Makel. Was, wenn man uns das nicht verzeiht? Was, wenn die Gesellschaft &#8230; uns nicht zurückhaben möchte?&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Ich hoffe und wünsche mir, dass auch diesen Menschen, den Menschen, die einen Makel zurückbehalten, weil sie nicht mehr Teil der Norm gewesen sind, eine Chance eingeräumt wird. Mich haben Ohara und vor allem auch Taguchi sehr beeindruckt. Beide zerbrechen an einem Druck, den sie sich selber auferlegt haben &#8211; aber sie versuchen sich wieder in das Leben zurückzukämpfen.</p>
<p>&#8220;Ich nannte ihn Krawatte&#8221; ist ein großartiger Roman und sicherlich einer der besten deutschsprachigen Romane, die ich seit sehr langer Zeit gelesen habe. Flašar überzeugt mich vor allem mit einer fantastischen Sprache und mit faszinierenden, feinfühligen, empfindsamen Bildern. Ein ungewöhnliches Buch, das ungewöhnliche Menschen beschreibt und mich mit seiner Schönheit, seiner poetischen Sprache, seiner Sanftheit bezaubert hat.</p>
<p>Ich wünsche &#8220;Ich nannte ihn Krawatte&#8221; möglichst viele Leser, die sich auch verzaubern lassen!</p>
<p>[1] <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Hikikomori">http://de.wikipedia.org/wiki/Hikikomori</a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/buzzaldrins.wordpress.com/186/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/buzzaldrins.wordpress.com/186/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/buzzaldrins.wordpress.com/186/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/buzzaldrins.wordpress.com/186/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/buzzaldrins.wordpress.com/186/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/buzzaldrins.wordpress.com/186/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/buzzaldrins.wordpress.com/186/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/buzzaldrins.wordpress.com/186/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/buzzaldrins.wordpress.com/186/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/buzzaldrins.wordpress.com/186/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/buzzaldrins.wordpress.com/186/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/buzzaldrins.wordpress.com/186/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/buzzaldrins.wordpress.com/186/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/buzzaldrins.wordpress.com/186/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=buzzaldrins.wordpress.com&amp;blog=27153480&amp;post=186&amp;subd=buzzaldrins&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Man sagt sich mehr als einmal Lebewohl &#8211; David Servan-Schreiber</title>
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		<pubDate>Wed, 15 Feb 2012 13:25:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buzzaldrinsblog</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autobiographie]]></category>
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		<category><![CDATA[Krebs]]></category>
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		<category><![CDATA[Sterben]]></category>
		<category><![CDATA[tod]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Wie werde ich reagieren, wenn der Tod kommt, wenn er vor mir steht? Alles, was ich gelernt habe, was ich seit zwanzig Jahren praktiziere, all die Vorbereitungen in Erwartung des Endes &#8211; wird es die Konfrontation mit der Realität aushalten?&#8221; Bei dem Arzt und Forscher David Servan-Schreiber, der als Neurowissenschaftler in den USA ausgebildet wurde, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=buzzaldrins.wordpress.com&amp;blog=27153480&amp;post=180&amp;subd=buzzaldrins&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><img class="alignleft" title="David Servan-Schreiber" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/415cLMyydQL._SS500_.jpg" alt="" width="300" height="300" />&#8220;Wie werde ich reagieren, wenn der Tod kommt, wenn er vor mir steht? Alles, was ich gelernt habe, was ich seit zwanzig Jahren praktiziere, all die Vorbereitungen in Erwartung des Endes &#8211; wird es die Konfrontation mit der Realität aushalten?&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Bei dem Arzt und Forscher David Servan-Schreiber, der als Neurowissenschaftler in den USA ausgebildet wurde, wird mit 31 Jahren ein bösartiger Gehirntumor diagnostiziert. Ihm ist es gelungen, nach einer schwierigen Operation und nachfolgenden Behandlungen noch weitere 19 Jahre zu leben.  In diesen 19 Jahren macht er es sich zu einer seiner wichtigsten Aufgaben, anderen Menschen bei ihrem Kampf gegen den Krebs zu helfen und sie zu unterstützen. Er schreibt mehrere Bücher, hält Vorträge, fährt auf Kongresse und gibt seine eigenen Erfahrungen an die Öffentlichkeit weiter, auch wenn er selber einschränkt, kein Patentrezept dafür zu haben, sich gegen Krebs zu schützen:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Man muss die eigene Gesundheit pflegen, sein seelisches Gleichgewicht pflegen, die Erde um uns herum pflegen. Die Gesamtheit dieser Bemühungen trägt dazu bei, uns vor Krebs zu schützen, individuell und kollektiv, auch wenn es nie eine hunderprozentige Garantie geben wird.&#8221;</em></p></blockquote>
<p><em></em>Nach beinahe zwanzig Jahren kehrt der Tumor zurück, größer und gefährlicher als zuvor  und beeinträchtigt innerhalb kürzester Zeit sehr stark sein Leben. David Servan-Schreiber hat zunehmend motorische Einschränkungen, er kippt immer wieder einfach um, zieht sein linkes Bein nach, schielt. Mit der Zeit wird auch seine Stimme immer brüchiger, häufig kann er nur noch flüstern und kurz vor seinem Ende kann er sich nur noch durch leichtes Heben seiner rechten Hand und Bewegungen seiner Augenbrauen verständigen.  Zwischen dem erneuten Entdecken des Tumors und dem Tod von David Servan-Schreiber liegen nur noch wenige Monate.</p>
<p>An diesem Punkt setzt &#8220;Man sagt sich mehr als einmal Lebewohl&#8221; ein. David Servan-Schreiber schreibt über den Schmerz, den er dabei empfindet, drei junge Kinder zurücklassen zu müssen. Sein jüngstes Kind Anna wird erst geboren, nachdem  der Gehirntumor schon wieder aufgetreten ist und er hat kaum noch Zeit sie kennen zu lernen. Er schreibt über die Monate nach dem erneuten Auftreten des Tumors &#8211; innerhalb kürzester Zeit wird er dreimal am Frontallappen operiert, unterzieht sich unterschiedlicher Therapien. Mitunter sehr schmerzhafter Therapien, die ihn sehr viel Kraft kosten. Und er schreibt über die Angst vor dem Tod, die Angst davor sterben zu müssen, die Angst davor, seine Kinder nicht mehr aufwachsen sehen zu können:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Heute, wo meine Frist abzulaufen scheint, registriere ich, dass ich im großen Ganzen genauso reagiere wie viele Patienten, die ich als Psychiater behandelt habe, an Krebs oder anderen Leiden Erkrankte, die dem Tod ins Auge blicken mussten. Wie viele von ihnen habe ich Angst zu leiden, aber keine Angst zu sterben. Was ich fürchte, ist unter Schmerzen zu sterben.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>David Servan-Schreiber empfindet es als großes &#8220;Privileg&#8221;, dass ihm die Möglichkeit gegeben wird, seinen Abschied vorzubereiten. Zeit dafür zu haben, sich zu verabschieden. Er hat ein sehr großes Umfeld, viele Freunde und Verwandte, die stetig bei ihm sind, die ihn unterstützen und liebevoll auf seinem Weg begleiten und auf den Moment des Todes vorbereiten:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Diesen entscheidenden Augenblick kann man mit der Hilfe guter &#8216;Verbündeter&#8217; vorbereiten: mit Pflegekräften, Juristen und natürlich mit Freunden und Angehörigen. Ich empfinde diese Prüfung als lebenswichtig und es ist für mich noch eine Quelle der Hoffnung, dass ich sie gut bestehen werde. Und was wird danach &#8216;auf der anderen Seite&#8217; passieren? Ich weiß es nicht.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>&#8220;Man sagt sich mehr als einmal Lebwohl&#8221; fällt eigentlich nicht in mein herkömmliches Beuteschema und aus diesem Grund hatte ich vor dem Beginn der Lektüre auch kaum Erwartungen an das Buch. Doch nun nach Beendigung muss ich zugeben, dass es mich sehr tief berührt, sehr nachhaltig beeindruckt hat. David Servan-Schreiber berichtet nüchtern und kühl über seine Ängste und Schmerzen und doch habe ich das, was er schreibt an keiner Stelle als emotionslos empfunden. Er kämpft sehr tapfer einen beinahe aussichtslosen Kampf, ohne aufzugeben. Ohne sich selbst aufzugeben. Nie, an keiner Stelle, habe ich das Gefühl gehabt, dass er die &#8220;Lust&#8221; am Leben verliert. Trotz der Situation, in der er sich befindet, empfindet er immer noch Glück. Die einfachsten Tätigkeiten wie spazieren gehen, einen Film schauen, ein gutes Essen genießen machen ihn glücklich.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Ich tue jeden Tag etwas, das mir Freude bereitet, mehrmals am Tag. Ich habe viel Glück.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Dieses schmale Büchlein ist ein beeindruckendes Zeugnis, eines beeindruckenden Menschen, der unnachgiebig um sein Leben gekämpft hat &#8211; dem es aber auch gelungen ist, im richtigen Moment den Tod zu akzeptieren und in Würde Abschied zu nehmen. Gerade dieser Aspekt, die Tatsache, dass das Sterben und der Tod nicht allein etwas sein muss, vor dem man Angst haben muss, etwas was man fürchten muss, hat mich sehr beeindruckt. David Servan-Schreiber bereitet sich mit einem gewissen Abschiedsschmerz auf den Tod vor (er plant seine Beerdigung, stellt eine Playlist zusammen, schreibt sein Testament), fühlt sich jedoch auch getröstet bei der Vorstellung von all dem Leid und den Schmerzen befreit zu sein. Für mein Empfinden gelingt es ihm sehr eindrücklich dem Tod, dem Prozess des Sterbens und der Angst vor dem Ungewissen zumindest ein ganz kleines bisschen den Schrecken zu nehmen und dafür bin ich ihm sehr dankbar.</p>
<p>Ein nüchternes, unsentimentales Buch. Gerade diese Tatsache hat es für mich unendlich beeindruckend gemacht.</p>
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		<title>Für den Rest des Lebens &#8211; Zeruya Shalev</title>
		<link>http://buzzaldrins.wordpress.com/2012/02/14/fur-den-rest-des-lebens-zeruya-shalev/</link>
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		<pubDate>Tue, 14 Feb 2012 20:49:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buzzaldrinsblog</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zeitgenössisches]]></category>
		<category><![CDATA[berlin verlag]]></category>
		<category><![CDATA[für den rest des lebens]]></category>
		<category><![CDATA[kibbuz]]></category>
		<category><![CDATA[zeruya shalev]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Der Rest ihres Lebens, besser gesagt, die letzte Frist des Lebens, die ihr zusteht, kommt ihr absurderweise wie eine Ewigkeit vor, denn weil ihr jede Bewegung fehlt, scheint sich die Zeit endlos zu dehnen.&#8221; Dies sagt Chemda Horovitz, eine ältere Frau, die mittlerweile schwer erkrankt ist. Sie ist bettlägerig und reflektiert über ihr vergangenes Leben. [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=buzzaldrins.wordpress.com&amp;blog=27153480&amp;post=176&amp;subd=buzzaldrins&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><img class="alignleft" title="zeruya shalev" src="http://www.hugendubel.de/media/ab/2/041/642/041.642.074.jpg" alt="" width="221" height="350" />&#8220;Der Rest ihres Lebens, besser gesagt, die letzte Frist des Lebens, die ihr zusteht, kommt ihr absurderweise wie eine Ewigkeit vor, denn weil ihr jede Bewegung fehlt, scheint sich die Zeit endlos zu dehnen.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Dies sagt Chemda Horovitz, eine ältere Frau, die mittlerweile schwer erkrankt ist. Sie ist bettlägerig und reflektiert über ihr vergangenes Leben. Im Verlauf des Romans wird sie zunehmend dement und kann sich kaum noch an ihre eigene Vergangenheit erinnern geschweige denn ihre eigenen Kinder erkennen. Durch Chemda erfährt man als Leser sehr vieles über das Aufwachsen in einem Kibbuz, das mir schon fast als Verlust der familiären Strukturen erscheint. So wird es zumindest von Chemda empfunden, deren Eltern zu der ersten Kibbuz-Generation gehörten. Schlafen muss sie im Kinderhaus, getrennt von ihren Eltern. Ihre Mutter ist kaum zu Hause, sondern arbeitet sehr viel im Ausland &#8211; der Vater kann nur wenig Liebe geben. Es kommt immer wieder vor, dass er Chemda schlägt. Doch ich hatte den Eindruck, dass die kaum vorhandene Mutterliebe, die Abwesenheit der Mutter für Chemda am schwersten zu ertragen ist.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Was ist das alles, fragt sie, und fragt schon nicht mehr, warum alles so ist, wie es ist, auch nicht, wie es so gekommen ist, sondern nur, was es eigentlich ist, wie die Tage vergingen, bis sie in dieses Zimmer kam, in dieses Bett, womit haben sich die zigtausend Tage gefüllt, die an diesem Körper hochkletterten wie Ameisen an einem Baumstamm, schließlich ist es ihre Aufgabe, sich zu erinnern, und sie erinnert sich nicht.&#8221;</em></p></blockquote>
<p><em></em>Chemda Horovitz ist eine der drei Perspektiven, aus der der Roman erzählt wird. Bei den anderen beiden handelt es sich um Avner und Dina Horovitz, ihre beiden erwachsenen Kinder. Mit Hilfe der erlebten Rede taucht man als Leser abwechselnd in diese drei Perspektiven ein.</p>
<p>Avner ist ein Rechtsanwalt, der sich auf Menschenrechte spezialisiert hat und sich vor allen Dingen für die Rechte der Beduinen einsetzt. Er lebt zusammen mit seiner Frau Schlomit und den gemeinsamen Söhnen. Schon ganz zu Beginn des Romans erlebt er einen für ihn sehr entscheidenden und wichtigen Moment: vom Krankenbett seiner Mutter aus beobachtet er ein sich liebendes, inniges Paar. Der Mann ist sterbenskrank und beide verlassen das Krankenhaus, damit er zu Hause sterben kann. Dieser Moment, diese Beobachtung lässt Avner nicht los. Dieses Bild kann er nicht mehr vergessen. Getrieben von der Sehnsucht nach Liebe, Nähe und Geborgenheit macht er sich auf die Suche nach diesem Paar und deren Geschichte.</p>
<p>Im Mittelpunkt des Romans steht aber eigentlich Dina. Avners Schwester. Chemdas Tochter, die sie eigentlich nie wirklich gelernt hat zu akzeptieren. Geboren wird Dina am Tag, als ihr Großvater stirbt. Für Chemda bleibt die Geburt ihrer Tochter für immer mit dem Verlust des Vaters verbunden. Als ihre Mutter zu Beginn des Romans ins Krankenhaus gebracht wird, ist Dina Mitte vierzig. Als Leser merkt man mit der Zeit immer deutlicher, dass Dina sich in einer schwierigen Situation, einer Krise befindet &#8211; sie selbst bezeichnet sich als eine Frau, die sich in den Wechseljahren befindet.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Ich bin krank [...], ich brauche Hilfe, ich habe etwas verloren und weiß nicht, ob ich es je wiederfinde.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Ihre Tochter Nizan ist 16 Jahre alt und nabelt sich immer stärker ab. Dina fühlt sich aufgabenlos. Ihren Mutterpflichten, ihrer Mutterrolle enthoben. Ihr Mann Gideon arbeitet als erfolgreicher Fotograf und ist kaum zu Hause. Den Verlust ihrer Rolle als Mutter empfindet Dina als sehr schwerwiegend und einschneidend. Sie wünscht sich, dass Nizan nicht ihr einziges Kind sein würde. Damals war sie ursprünglich mit Zwillingen schwanger, doch Nizans Bruder überlebt nicht. Er stirbt. Nun wünscht sie sich diesen Sohn, den sie nie bekommen hat. Für sie ist die Entscheidung, die sie trifft, folgerichtig: Sie möchte ein Kind adoptieren. Doch Gideon ist dagegen, er geht soweit, dass er sie vor die Wahl stellt &#8211; er oder das Kind. Auch Nizan hat Schwierigkeiten Dinas Wunsch zu akzeptieren. Sie fühlt sich ersetzt und ausgetauscht.</p>
<p>Um diesen Kern rankt und webt Zeruya Shalev die Perspektiven von Chemda und Avner. Als Folie; als Beiwerk und Begründung von Dinas Wunsch ein Kind zu adoptieren.</p>
<p>&#8220;Für den Rest des Lebens&#8221; war mein erster Roman von Zeruya Shalev und es gibt vieles, was mir gut gefallen hat. Für mich gehören die Abschnitte, die um Dinas Wunsch kreisen, zu den intensivsten und eindrücklichsten Passagen des Romans. Der schleichende Beginn von Dinas Kinderwunsch, der zunehmend zu einer Art Wahn heranwächst, wird sehr eindrücklich beschrieben. Ganze Nächte verbringt Dina vor ihrem Computer und schreibt mit anderen Frauen, die den selben Wunsch haben, wie sie. Die Passagen über die Diskussionen zwischen Dina und Gideon, der zunächst versucht mit Verständnis zu reagieren und dann zunehmend wütend wird, haben mich sehr stark berührt, gepackt und lange nicht mehr losgelassen.</p>
<p>Weniger gut gefallen hat mir, dass die Perspektiven von Chemda und Avner im Laufe des Buches immer stärker vernachlässigt werden und irgendwann nur noch Dinas Kinderwunsch untergeordnet sind. Dinas Wunsch ein zweites Kind zu haben, trotz ihres Alters erneut Mutter zu sein, wird immer wieder legitimiert und begründet und für mein Empfinden beinahe schon symbolisch überfrachtet und verklärt. Wie gesagt: vieles an Zeruya Shalevs Roman hat mir gut gefallen, vor allem auch sprachlich &#8211; am Ende ist der Funke jedoch leider nicht so ganz übergesprungen. Schrecklicherweise kann ich nicht einmal genau den Finger darauf legen, warum. Mein Fazit lautet vielleicht &#8211; <em>zu viel. </em>Zu viel Symbolik, zu viele Erklärungen, zu viel Überfrachtung. Am Ende vielleicht auch zu viel Liebe. Irgendwann wird alles einfach nur noch dem Wunsch Dinas nach Liebe unterworfen. Alles andere spielt dagegen nur noch eine untergeordnete Rolle: Chemda und ihre Geschichte des Aufwachsens in einem Kibbuz, Avners Leben.</p>
<p>Ich habe das Buch mit einem traurigen Gefühl und einem komischen Nachgeschmack zugeklappt. Traurig darüber, dass es zwischen uns irgendwie nicht richtig gefunkt hat &#8230;</p>
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		<title>Die Außenseiter &#8211; Jaimy Gordon</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 13:56:17 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[&#8220;Mit dem Glück war es genauso. Es kam, weil man es rief, weil man danach pfiff, weil es merkte, man würde kein Nein akzeptieren. Glück, das war die Welt, die einem über einen breiten Graben und trotz schlechter Quoten in die Arme sprang. Es war Liebe, die nie verdient wird; alles andere war Plackerei.&#8221; In [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=buzzaldrins.wordpress.com&amp;blog=27153480&amp;post=169&amp;subd=buzzaldrins&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><img class="alignleft" title="jaimy gorden außenseiter" src="http://www.sf-magazin.de/image/300erCover/4721.jpg" alt="" width="208" height="347" />&#8220;Mit dem Glück war es genauso. Es kam, weil man es rief, weil man danach pfiff, weil es merkte, man würde kein Nein akzeptieren. Glück, das war die Welt, die einem über einen breiten Graben und trotz schlechter Quoten in die Arme sprang. Es war Liebe, die nie verdient wird; alles andere war Plackerei.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>In Jaimy Gordons Roman &#8220;Die Außenseiter&#8221;, der  im Jahr 1970 in West Virginia spielt, spielt Glück eine zentrale Rolle. Wie wird man glücklich? Was braucht man um glücklich zu sein? Wann hat man Glück?</p>
<p>Aufmerksam wurde ich auf den Roman durch einen Artikel auf <a title="SPIEGEL online" href="http://www.spiegel.de/kultur/literatur/0,1518,811231,00.html" target="_blank">SPIEGEL online</a>, in dem der Roman als &#8220;Roman des Monats&#8221; eingestuft wurde. Besonders fasziniert hatte mich dabei die Entstehungsgeschichte des Romans, der in einem kleinen Verlag erschienen ist und zunächst kaum besprochen worden war.</p>
<p>Der Großteil der Geschichte spielt auf der Pferderennbahn Indian Mound Downs, einer drittklassigen Rennbahn in West Virginia. Jaimy Gordon hatte in ihrer Jugend auf einer ähnlichen Bahn gearbeitet. Es geht um Pferde (die alle tolle typische Pferdenamen haben wie Pelter, Little Spinoza, Lord of Misrule und The Mahdi) Jockeys, Stalljungen, Wetten und Geld. Es geht um&#8217;s Gewinnen und Verlieren. Um&#8217;s Glück. Und darüberhinaus sicherlich auch darum, wer es wieder weg von diesem Ort schafft und wer in Indian Mound Downs hängenbleibt. Die meisten der Pferde dort sind überwiegend schon abgehalftert, alt, verletzt, lahm oder einfach nur störrisch. Ähnlich wie das menschliche Personal des Buches.</p>
<p>Die Geschehnisse in Indian Mound Downs verändern sich und nehmen schlagartig Fahrt auf, als Tommy Hansel mit seinen vier Pferden auf der Rennbahn aufkreuzt. Keiner weiß, was er eigentlich plant. Dabei hat er auch noch seine Freundin Maggie, die sich um die Pferde kümmert.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Am letzten Außenposten des Menschlichen, wo man durch Nebelfetzen ins Nichtmenschliche starrte, wo man eigentlich nichts mehr sehen, geschweige denn hinübersetzen durfte, da fühlte sie sich wie zu Hause.&#8221;</em></p></blockquote>
<p><em></em> Das ist einer der Sätze, die über die junge Frau Maggie gesagt werden. Maggie scheint irgendwie von Anfang an nicht auf die Rennbahn zu passen, an diesen Ort zu gehören. Sie hatte einen guten Job und eine solide Ausbildung, bevor sie ihr ganzes Leben aufgab um mit Tommy ins Pferdegeschäft einzusteigen. Sie entwickelt schnell eine tiefe Zuneigung und Liebe zu den Tieren. An einem Ort, wo gute Behandlung der Pferde nicht unbedingt im Vordergrund steht. Trotzdessen fühlt sich Maggie in Indian Mound Downs zu Hause und scheint mit unbändiger Hartnäckigkeit und Ausdauer ihre Berufung gefunden zu haben.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Einmal war sie in einer Tierhandlung aus Versehen gegen einen Käfig gestoßen, und der kleine Affe drinnen hatte einen ihrer Blusenknöpfe gepackt und nicht wieder losgelassen. Sie zog ihn weg.  Der Affe hatte sie mit der ganzen ernsten Verzweiflung seiner Langeweile angeschaut und den Knopf noch fester zu sich gezerrt. Sie hatte die Finger des Affen zu lösen versucht, doch es war klar, sie würde Gewalt anwenden, seine kleinen Finger einzeln brechen müssen, um sich zu befreien. Schließlich musste sie ihre Bluse zerreißen. Das machte ihr nichts aus. Sie war gerührt. Sie wusste, dieser Affe war wie sie.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Als Leser merkt man jedoch schnell, dass es Spannungen und atmosphärische Störungen zwischen Tommy und Maggie gibt, die im Laufe des Buches immer stärker zunehmen. Neben Tommy und Maggie gibt es eine Vielzahl an weiteren Personen: die Pflegerin Deucy, der allein lebende Two-Tie und seine Schäferhundin Elizabeth, der rabiate Tiertrainer Joe Dale Bigg und der dunkelhäutige Pferdepfleger Medicine Ed.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Scheint fast, als ob das seit ewigen Zeiten Medicine Eds größtes Vergnügen war, jeden Tag wieder drüber nachzugrübeln, wie alles Gute runtergekommen ist und wie das, was mal gut für ihn lief, ihm in den Händen zerbröselt ist. Bis er sich selbst nicht mehr ausstehen konnte.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Jaimy Gordon erzählt eine interessante und faszinierende Geschichte über gestrandete Außenseiter, die ihre eigene Version &#8211; oder das, was noch davon übrig geblieben ist &#8211; des amerikanischen Traums leben. Auf einer Pferderennbahn im Niemandsland Amerikas. Sprachlich spiegelt das Buch originell und überzeugend die Art von Milieu wider, das sich auf der Pferderennbahn tummelt. Bei mir hat die verwendete Sprache fast schon einen unbändigen Sog beim Lesen ausgelöst. Die besondere Sprache und die Art und Weise über die Gedankenwelt der Charaktere zu berichten, hat mich zum Teil mehr überzeugt, als die Geschichte selbst, die zwischen Pferderoman, Milieustudie und Kriminalroman schwankt und kaum einem Genre wirklich zuzuordnen ist. Die beschriebenen Charaktere &#8211; vor allem Maggie, Two-Tie und Medicine Ed &#8211; sind mir in ihrer verschrobenen Art sehr nahe gekommen und ans Herz gekommen. Am Ende des Romans nimmt die Geschichte noch einmal Fahrt auf und verläuft nicht für alle Beteiligten positiv. Ich glaube, ich hätte jedem der drei von Herzen gewünscht, dass sie ihr Glück finden mögen &#8230;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/buzzaldrins.wordpress.com/169/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/buzzaldrins.wordpress.com/169/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/buzzaldrins.wordpress.com/169/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/buzzaldrins.wordpress.com/169/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/buzzaldrins.wordpress.com/169/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/buzzaldrins.wordpress.com/169/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/buzzaldrins.wordpress.com/169/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/buzzaldrins.wordpress.com/169/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/buzzaldrins.wordpress.com/169/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/buzzaldrins.wordpress.com/169/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/buzzaldrins.wordpress.com/169/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/buzzaldrins.wordpress.com/169/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/buzzaldrins.wordpress.com/169/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/buzzaldrins.wordpress.com/169/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=buzzaldrins.wordpress.com&amp;blog=27153480&amp;post=169&amp;subd=buzzaldrins&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Emily, allein &#8211; Stewart O&#8217;Nan</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 12:24:29 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitgenössisches]]></category>
		<category><![CDATA[emily allein]]></category>
		<category><![CDATA[rowohlt verlag]]></category>
		<category><![CDATA[stewart o'nan]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Emily ging allmählich dem Tod entgegen, ja, schön und gut, das galt für sie alle.&#8221; Stewart O&#8217;Nan zeichnet in &#8220;Emily, allein&#8221; das berührende Porträt einer älteren Frau. Emily Maxwell ist Witwe, ihr geliebter Mann Henry ist schon vor sieben Jahren verstorben. Sie lebt immer noch in ihrem gemeinsamen Haus in Pittsburgh und hat es geschafft, [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=buzzaldrins.wordpress.com&amp;blog=27153480&amp;post=167&amp;subd=buzzaldrins&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><img class="alignleft" title="emily, allein" src="http://ecx.images-amazon.com/images/I/41SXavaKwOL._SS500_.jpg" alt="" width="300" height="300" />&#8220;Emily ging allmählich dem Tod entgegen, ja, schön und gut, das galt für sie alle.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Stewart O&#8217;Nan zeichnet in &#8220;Emily, allein&#8221; das berührende Porträt einer älteren Frau. Emily Maxwell ist Witwe, ihr geliebter Mann Henry ist schon vor sieben Jahren verstorben. Sie lebt immer noch in ihrem gemeinsamen Haus in Pittsburgh und hat es geschafft, sich dort auch alleine einzurichten und mit den Umständen zu arrangieren. Auch wenn es immer wieder Momente gibt, vor allem im trüben und kalten Winter, in denen sie sich alleine fühlt und ihren Mann Henry vermisst. Auch ihre beste Freundin Louise ist schon vor einer Weile verstorben. Aus der ehemaligen Clique ist Emily eine der wenigen, die noch übrig geblieben ist.</p>
<p>Emily hat sich in ihrem Leben gut eingerichtet. Sie lebt zusammen mit ihrem Hund Rufus, einem Spaniel, der auch schon sehr betagt ist und im Alter einige amüsante Macken entwickelt hat. Emily ist vielseitig kulturell interessiert und besucht Ausstellungen, hört gerne klassische Musik und liest sehr viel. Ihre engste Freundin ist ihre Schwägerin Arlene, die ihr vieles abnimmt. Beide unterstützen sich gegenseitig im Alltag. Zusammen sammeln sie Rabattcoupons, gehen essen, besuchen den Club &#8230;</p>
<p>Als Arlene ins Krankenhaus kommt, ändert sich Emilys Leben mit einem Schlag:   sie beginnt damit, Dinge wieder selbst in Angriff zu nehmen. Vor Arlenes Unfall hat sie meistens das Auto gesteuert, jetzt muss Emily lernen wieder vieles alleine zu bewältigen. Emily erlebt, wie viel Selbstständigkeit und Energie eigentlich noch in ihr steckt. Sie bringt den alten Oldtimer ihres Mannes wieder in Schuss und plant die Besuche ihrer Kinder.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Emily sorgte sich um jeden Einzelnen von ihnen und um die Familie als Ganzes, besonders um Sarah und Justin, darum, was aus ihnen mal werden würde, und fand es ungerecht, dass sie es vermutlich nicht mehr miterleben würde. Sie hatte ihre eigenen Kinder aufwachsen sehen, vielleicht war das genug &#8211; als dürfe man nur ein gewisses Quäntchen vom Leben sehen, als sei die Zukunft, wie die Vergangenheit, notwendigerweise verborgen und rätselhaft.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Ihre beiden Kinder Margaret und Kenneth sind schon lange erwachsen und leben mit ihren Partnern und Kindern ihr eigenes Leben. Dies ist nicht immer erfolgreich: man erfährt, dass Margaret lange Alkoholikerin war und erst seit kurzem trocken ist und auch Sam, der Sohn von Kenneth, hat Schwierigkeiten. Er hat die Uni abgebrochen und jobbt in einem Laden. Und Ella, Margarets Tochter hat erst vor kurzem entdeckt, dass sie lesbisch ist. Es fällt Emily immer wieder schwer zu erkennen, dass ihr Einflussbereich als Mutter und Großmutter begrenzt ist. Es ist faszinierend, wie viel Kraft, Aufwand und Planung Emily in diese Besuche steckt und wie schmerzhaft es für sie ist, ihre Lieben wieder gehen zu lassen. Auch wenn sie sich gleichzeitig wünscht, wieder alleine sein zu können.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Sie war es gewohnt, allein zu leben. Obwohl sie alle von ganzem Herzen liebte, hatte sie vergessen, wie anstrengend andere Menschen sein konnten.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Stewart O&#8217;Nan schaut in diesem leisen, aber nie langweiligen Roman, mit großer Ruhe und Gelassenheit auf die schmerzhaften Stellen. Auf die Stellen, die Angst machen. Nicht nur Emily, sondern wahrscheinlich jedem Menschen, der älter wird. Als Emily mitbekommt, dass das Haus ihrer langjährigen Nachbarin und Freundin Kay Miller verkauft werden soll, löst das einen unfassbaren Schmerz in ihr aus. Kay ist in einem Altersheim gestorben, einen Besuch hatte Emily bis zu ihrem Tod immer wieder aufgeschoben. Jetzt ist es zu spät dafür.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Sie musste an die ganze Zeit denken, die sie vergeudet an all die sinnlosen Kämpfe, die sie ausgefochten hatten [...].&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Als Leser begleitet man Emily durch ihren Alltag. Immer an ihrer Seite ist ihr Hund Rufus. Ich habe es als ermutigend und beeindruckend empfunden, wie viele Stolpersteine Emily trotz ihres Alters und ihres Alleinseins meistert.</p>
<p>Stewart O&#8217;Nan ist es gelungen, eine wundervolle, berührende, alte Frau zu zeichnen, die &#8220;gezwungenermaßen&#8221; entdeckt, wie viel Kraft eigentlich noch trotz all ihrer Zweifel in ihr steckt. Und Emily gelingt es, ein für sie erfülltes Leben zu führen.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Sie würde danach beurteilt werden, wie sie ihr Leben gelebt hatte, nicht danach, wie sie es sich gewünscht hatte.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Ich könnte mir vorstellen, dass der Roman viele Leser gespalten zurücklassen könnte. Der Roman wird sicherlich Gefahr laufen, als langweilig oder auch langatmig abgestempelt zu werden. Doch die, die sich auf den Roman einlassen, werden ein wunderschönes, berührendes Buch entdecken können. Eine ruhige, distanzierte Geschichte.</p>
<p>Ich hätte noch einmal weitere dreihundert Seiten über Emily lesen können, so habe ich mich in ihre kleine Welt versenkt. Und ich hoffe, dass ich &#8211; falls ich auch so alt werden sollte &#8211; ein bisschen was von Emily haben werden &#8230;</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/buzzaldrins.wordpress.com/167/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/buzzaldrins.wordpress.com/167/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/buzzaldrins.wordpress.com/167/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/buzzaldrins.wordpress.com/167/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/buzzaldrins.wordpress.com/167/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/buzzaldrins.wordpress.com/167/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/buzzaldrins.wordpress.com/167/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/buzzaldrins.wordpress.com/167/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/buzzaldrins.wordpress.com/167/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/buzzaldrins.wordpress.com/167/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/buzzaldrins.wordpress.com/167/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/buzzaldrins.wordpress.com/167/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/buzzaldrins.wordpress.com/167/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/buzzaldrins.wordpress.com/167/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=buzzaldrins.wordpress.com&amp;blog=27153480&amp;post=167&amp;subd=buzzaldrins&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Buchaccessoires &#8230;</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 15:52:15 +0000</pubDate>
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		<category><![CDATA[buchaccessoire]]></category>
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		<description><![CDATA[Die meisten von euch kennen wahrscheinlich die allseits bekannte &#8220;Leselotte&#8221; (www.leselotte.com). Bei mir zu Hause ist seit ein paar Tagen eine modifizierte Eigenentwicklung davon eingezogen und ich freue mich sehr darüber! Da ich für meine Rezensionen immer gerne bestimmte Stellen in Büchern unterstreichen oder mit einem Post-It markieren möchte, war es mir sehr wichtig, diese [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=buzzaldrins.wordpress.com&amp;blog=27153480&amp;post=149&amp;subd=buzzaldrins&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten von euch kennen wahrscheinlich die allseits bekannte &#8220;Leselotte&#8221; (www.leselotte.com). Bei mir zu Hause ist seit ein paar Tagen eine modifizierte Eigenentwicklung davon eingezogen und ich freue mich sehr darüber!</p>
<p>Da ich für meine Rezensionen immer gerne bestimmte Stellen in Büchern unterstreichen oder mit einem Post-It markieren möchte, war es mir sehr wichtig, diese Funktion in eine Eigenentwicklung einzubauen (ähm, ich meine natürlich einbauen zu lassen). Häufig habe ich unterwegs keinen Post-It oder auch mal keinen Stift zur Hand und da empfinde ich es als sehr praktisch, nun alles in meine eigene Lesehülle stecken zu können.</p>
<p>Erstellt hat sie übrigens meine Mutter. Ich habe sie vorgestern zum Geburtstag bekommen und mich sehr darüber gefreut! Sie beherbergt nun schon mein neues Buch &#8220;Emily, allein&#8221;, was ich seit heute lese.</p>

<a href='http://buzzaldrins.wordpress.com/2012/02/01/buchaccessoires/dsc_3680/' title='DSC_3680'><img data-attachment-id='152' data-orig-size='3549,2607' data-liked='0'width="300" height="220" src="http://buzzaldrins.files.wordpress.com/2012/02/dsc_3680.jpg?w=300&#038;h=220" class="attachment-medium" alt="DSC_3680" title="DSC_3680" /></a>
<a href='http://buzzaldrins.wordpress.com/2012/02/01/buchaccessoires/dsc_3681/' title='DSC_3681'><img data-attachment-id='153' data-orig-size='2848,4288' data-liked='0'width="199" height="300" src="http://buzzaldrins.files.wordpress.com/2012/02/dsc_3681.jpg?w=199&#038;h=300" class="attachment-medium" alt="DSC_3681" title="DSC_3681" /></a>

<p>Und, wie findet ihr sie?</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/buzzaldrins.wordpress.com/149/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/buzzaldrins.wordpress.com/149/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/buzzaldrins.wordpress.com/149/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/buzzaldrins.wordpress.com/149/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/buzzaldrins.wordpress.com/149/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/buzzaldrins.wordpress.com/149/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/buzzaldrins.wordpress.com/149/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/buzzaldrins.wordpress.com/149/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/buzzaldrins.wordpress.com/149/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/buzzaldrins.wordpress.com/149/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/buzzaldrins.wordpress.com/149/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/buzzaldrins.wordpress.com/149/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/buzzaldrins.wordpress.com/149/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/buzzaldrins.wordpress.com/149/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=buzzaldrins.wordpress.com&amp;blog=27153480&amp;post=149&amp;subd=buzzaldrins&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Abschiedsbriefe Gefängnis Tegel &#8211; Helmuth James und Freya von Moltke</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 15:36:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>buzzaldrinsblog</dc:creator>
				<category><![CDATA[Sachbücher]]></category>
		<category><![CDATA[abschiedbriefe]]></category>
		<category><![CDATA[ch beck]]></category>
		<category><![CDATA[freya von moltke]]></category>
		<category><![CDATA[gefängnis tegel]]></category>
		<category><![CDATA[helmuth james von moltke]]></category>
		<category><![CDATA[september 1944 - januar 1945]]></category>
		<category><![CDATA[von moltke]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Wir Menschen sind keine Eintagsfliegen, sondern kommen woher und gehen wohin. Und da, wo wir hingehen, habe ich das Gefühl, ist mein Mann noch wichtig. Und es ist nicht nur mein Mann, den ich in die Zukunft bringen will, sondern auch mich. Das ganze Leben, wie es war. Darum ist Geschichte so wichtig.&#8221; Dieses Zitat [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=buzzaldrins.wordpress.com&amp;blog=27153480&amp;post=145&amp;subd=buzzaldrins&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><img class="alignleft" title="moltke" src="http://www.chbeck.de/productimages/rsw/images/products/9783406613753_large.jpg" alt="" width="188" height="294" />&#8220;Wir Menschen sind keine Eintagsfliegen, sondern kommen woher und gehen wohin. Und da, wo wir hingehen, habe ich das Gefühl, ist mein Mann noch wichtig. Und es ist nicht nur mein Mann, den ich in die Zukunft bringen will, sondern auch mich. Das ganze Leben, wie es war. Darum ist Geschichte so wichtig.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Dieses Zitat stammt von Freya von Moltke aus dem Jahr 1992. Sie hatte damals schon länger geplant, den Briefwechsel zwischen ihr und ihrem Mann zu veröffentlichen. Im Jahr 2010 war es so weit; Freya von Moltke war es wichtig, dass die Briefe erst erscheinen werden, wenn auch sie nicht mehr lebt.</p>
<p>In &#8220;Abschiedsbriefe Gefängnis Tegel&#8221; sind die Briefe versammelt, die sich Helmuth James und seine Frau Freya zwischen September 1944 und Januar 1945 geschrieben haben. Der 37 Jahre alte Jurist und Widerstandskämpfer Helmuth James von Moltke wurde im Januar 1944 verhaftet und im Herbst in das Gefängnis Tegel überstellt. Vorgeworfen wurde ihm Defätismus und Hochverrat. Er hatte seinen Bekannten Otto Carl Kiep vor Gestapospitzeln gewarnt. Außerdem hatte er sich in der schlesischen Stadt Kreisau mit anderen Widerstandskämpfern zusammengeschlossen und über eine grundlegende Neuordnung debattiert.</p>
<p>Der Gefängnispfarrer Harald Poelchau ermöglicht es dem Ehepaar  mithilfe von Briefen miteinander zu kommunizieren. Er schmuggelt Briefe von Freya hinein und nimmt die von Helmuth wieder mit raus. Ein fast tagtäglicher schriftlicher Dialog entwickelt sich auf diese Art und Weise.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Es ist wie ein Passionsweg mit seinen Stationen. Ich darf nun diesen Stationen nachwandern.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Helmuth und Freya von Moltke haben zwei junge Kinder, Konrad und Caspar, die in Kreisau auf dem Hof der Familie leben. Durch die Bewegungen an der Front steht Kreisau und der Hof in dieser Zeit immer stärker unter Bedrohung. Helmuth James von Moltke befindet sich in Berlin im Gefängnis Tegel und Freya ist gezwungen immer wieder zwischen Kreisau und Berlin zu pendeln um sowohl ihrem Mann als auch ihren jungen Kindern in irgendeiner Form gerecht werden zu können. Zwar kann sie auch in Berlin nicht bei ihrem Mann sein, doch zumindest in seiner Nähe &#8230;</p>
<p>Im Mittelpunkt ihres schriftlichen Dialogs steht vor allem die Liebe, die beide füreinander empfinden:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Ich werde leben müssen und das wird schwer sein, aber es wird gehen, denn ich werde dich weiter lieben dürfen. [...] Ich werde alt und anders werden, aber in mir wirst Du immer drin bleiben, bis ich sterben und Dich so oder so wiederfinden kann.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Es gibt viel zu viele wunderschöne Stellen, um alle hier auflisten zu können, doch die Art und Weise, wie Freya und Helmuth zueinander halten ist immer wieder beeindruckend und sehr berührend. Neben der gegenseitigen Liebe ist jedoch auch der Tod in allen Briefen allgegenwärtig:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Ich habe keine Furcht vor dem Tod und glaube, Euch in irgendeiner Form zu behalten, und ich habe animalische Angst vor dem Sterben, und es schmerzt mich, dass ich Dich und die Söhnchen mit diesen meinen Augen nicht wiedersehen werde.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Doch beide versuchen sich gegenseitig keine Illusion über den Tod zu machen. Am 23. November schreibt Helmuth über die Gewissheit, dass jeder Brief der letzte sein könnte:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Ich sehe gerade, dass ich so tue, als stürbe ich. Das tue ich bei jedem Brief, denn er kann der letzte sein.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Trotz dieser Gewissheit, wird immer wieder die Angst von Helmuth zu sterben und Freyas Angst davor, alleine weiterleben zu müssen, deutlich.</p>
<p>Auch die Religion und der Glaube spielen eine große Rolle, vor allem in Helmuths Briefen. Er liest mehrmals täglich die Bibel, betreibt ein intensives Bibelstudium und sucht für Freya eine Vielzahl an Bibelstellen heraus. Helmuths Glaube an Gott wächst während seines Gefängnisaufenthalts und vor allem auch der Glaube daran, dass Gott sich etwas bei dem denken muss, was Helmuth geschieht, lässt ihn sein Schicksal und seine Zeit im Gefängnis sehr demütig und gelassen ertragen. Doch über allem steht während dieser fünf Monate immer wieder die Hoffnung. Hoffnung auf Gnade, auf einen Aufschub, auf ein Wunder. Helmuth betraut Freya mit vielen praktischen Aufgaben, Boten- und Bittgängen. Sie wendet sich an Heinrich Himmler und den Justizminister; sie lässt nichts unversucht. Die Hoffnung der beiden schwankt während dieser Zeit, doch immer im Bemühen, sie realistisch einzuschätzen.</p>
<p>Am 11. Januar wird Helmuth schließlich verurteilt, doch auch dies bringt keine sofortige Erlösung: erst am 23. Januar wird er schließlich nach Plötzensee gebracht. In den zwölf Tagen dazwischen liegt erneut sehr viel Hoffnung. Unerfüllte Hoffnung. Hoffnung, die leider vergebens bleibt.</p>
<p>In seinem Brief vom  2. Januar fragt Helmuth sich, ob und was dieser Briefwechsel zwischen ihm und Freya vielleicht für sie und ihre Kinder in einigen Jahren oder Jahrzehnten bedeuten könnte:</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Manchmal denke ich über das Schicksal unserer langen schriftlichen Unterhaltungen nach. Ob die für Dich und die Söhnchen auch nach 10, 20 oder mehr Jahren ein lesenswerter Stoff sind.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Ich glaube, dass es die richtige Entscheidung war, diesen Briefwechsel zu veröffentlichen und das dieser auch Jahrzehnte später für Außenstehende sehr interessant sein kann. Mich haben die Briefe zwischen Freya und Helmuth sehr intensiv berührt und ich hatte immer wieder das Gefühl, fast schon dabei zu sitzen, wenn sich beide ihre Briefe geschrieben haben.</p>
<p>Nach einer kurzen Einleitung reiht sich auf beinahe über 500 Seiten Brief an Brief, nur ergänzt durch erklärende Fußnoten. Durch diesen Aufbau bin ich irgendwann fast schon versunken in die Welt von Helmuth und Freya. Schwierigkeiten hatte ich immer wieder mit den vielen religiösen Passagen, da ich selbst nicht religiös bin. Ich kann jedoch nachvollziehen, wie einem in dieser Ausnahmesituation Religion Trost und Hoffnung spenden kann. Wie sonst frage ich mich, mag man diese Ungewissheit und den drohenden Tod ertragen.</p>
<p>Ein faszinierendes und berührendes Zeitzeugnis, das wert ist, gelesen zu werden. In jedem Brief, bei jeder kleinen Formulieren, merkt man, wie viel  Zeit, Mühe und Liebe Freya und Helmuth investiert haben. Für mich war es ein Genuss, diese Zeugnisse zu lesen. Trotz des allgegenwärtigen Todes und den bevorstehenden Abschied sind diese Briefe geprägt von einer unfassbaren Liebe &#8230;</p>
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		<title>Sturz der Tage in die Nacht &#8211; Antje Rávic Strubel</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 21:04:21 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Deutscher Buchpreis 2011]]></category>
		<category><![CDATA[Rezensionen]]></category>
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		<description><![CDATA[&#8220;Sie haben doch was miteinander. Sie und der Junge.&#8221; &#8220;Wir haben alles&#8221;, hat sie geantwortet. Antje Rávic Strubel erzählt in &#8220;Sturz der Tage in die Nacht eine vielschichtige Geschichte mit vielen unterschiedlichen Ebenen. Oberflächlich betrachtet geht es um eine kleine Insel in der Ostsee. Ein einsames, beinahe unberührtes Naturschutzgebiet. Es geht um Erik. Erik ist [...]<img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=buzzaldrins.wordpress.com&amp;blog=27153480&amp;post=143&amp;subd=buzzaldrins&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p><em><img class="alignleft" title="Antje Ravic Strubel - Sturz der Tage in die Nacht" src="http://media2.libri.de/shop/coverscans/149/14931046_14931046_xl.jpg" alt="" width="235" height="384" />&#8220;Sie haben doch was miteinander. Sie und der Junge.&#8221;</em></p>
<p><em>&#8220;Wir haben alles&#8221;, hat sie geantwortet.</em></p></blockquote>
<p>Antje Rávic Strubel erzählt in &#8220;Sturz der Tage in die Nacht eine vielschichtige Geschichte mit vielen unterschiedlichen Ebenen.</p>
<p>Oberflächlich betrachtet geht es um eine kleine Insel in der Ostsee. Ein einsames, beinahe unberührtes Naturschutzgebiet. Es geht um Erik. Erik ist fünfundzwanzig Jahre alt. Er hat sein Soziologiestudium abgebrochen. Vorher hatte er schon versucht Jura zu studieren. Auch das hat ihm nicht gefallen. Nach dem Sommer möchte er sich neu orientieren und dafür hat er sich an mehreren Universitäten für Politik und Wirtschaft beworben. Um dies in Angriff nehmen zu können, benötigt er zunächst eine Auszeit. Er reist nach Gotland. Macht einen Zwischenstopp in Visby. Übernachtet auf Zeltplätzen. Schließlich entscheidet er sich für einen Tagesausflug auf die Naturschutzinsel. Dort lernt er Inez kennen. Das &#8220;e&#8221; in Inez wird betont, was spanisch klingen soll. Inez ist studierte Biologin. Auf der Insel lebt sie, um für ein Projekt Daten zu sammeln und Vögel zu beobachten. Sie beobachtet Trottellummen. Wenn diese alt genug sind, müssen sie fliegen lernen und werden dazu einfach von ihren Eltern über eine Felskante in die Tiefe gestürzt. Inez ist sechzehn Jahre älter als Erik. Beide verlieben sich ineinander und Inez stellt Erik als Praktikant ein.</p>
<p>Das ist die Oberfläche. Dahinter verbergen sich Abgründe. Dunkle und tiefe Abgründe, von denen Inez und Erik selbst lange nichts ahnen.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Erst jetzt, da ich versuche, alles in eine Ordnung zu bringen, fallen mir solche Details wieder ein, da ich alles so sehen will, als wäre es eine Geschichte mit Anfang und Ende und einer inneren Zwangsläufigkeit.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Unter der Oberfläche geht es um eine lang zurückliegende Familiengeschichte und eine schwerwiegende und folgenreiche Entscheidung. Und es geht auch um Politik. Um politische Verstrickungen während der DDR. Um Stasitätigkeiten. Eine große Rolle spielt Felix Ton, der für den Bundestag kandidiert und dafür seinen Sohn wiederfinden möchte, den er nie kennengelernt hat. Und es geht um Rainer Feldberg, seinem treuen Freund und Stasi-Spitzel. Zu beiden hatte Inez schon vor sechzehn Jahren Verbindungen und beide kehren mit Erik zusammen in ihr Leben zurück. An dieser Stelle des Romans wechseln auch immer wieder die Erzählperspektiven und die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Erik, Inez, Rainer und Felix erzählt.</p>
<p>Am Ende zerstört das, was sich unter der Oberfläche befindet &#8211; was dort seit Jahren brodelt &#8211; beinahe das Leben aller beteiligten.</p>
<blockquote><p><em>&#8220;Geständnisse und die Wahrheit und das, was dabei verlorengeht.&#8221;</em></p></blockquote>
<p>Antje Rávic Strubel ist mit &#8220;Sturz der Tage in die Nacht&#8221; ein aufwühlendes, sehr vielschichtiges Buch gelungen, das Elemente vieler unterschiedlicher Genres enthält. Überzeugt hat mich vor allem die Sprache genauso wie die Beschreibungen der Insel, die eine ganz besondere Atmosphäre erzeugen. Auch die Art und Weise, wie es Antje Rávic Strubel gelingt, alle offenen Fäden in der Hand zu halten und am Ende zusammenzuführen, hat mich sehr beeindruckt.</p>
<p>Insgesamt ist &#8220;Sturz der Tage in die Nacht&#8221; ein sehr beeindruckender Roman, der gleichzeitig spannend, aber auch aufwühlend ist. Eine ganz klare Empfehlung!</p>
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